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Die Rübe und weitere Tanzstücke für Kinder
WTZT und andere Tanzstücke für Jugendliche
Ich kann es nicht in Worte fassen. - Lass es mich tanzen. Getanzt ist alles möglich. Heinz Stein
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Under Arrest
Die Rübe
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Rotkäppchen und der "böse Miles" Ballettensemble beeindruckte mit "Miles goes washing"
Ausverkauft war am Samstagabend die Premiere der neuesten Ballettproduktion im Theaterstudio im Löbershof. Zwei Choreographien von Rolf Gildenast und Andreas Schönfeld - beide Tänzer am Stadt- theater - hatten für diesen Ansturm auf Eintrittskarten gesorgt, und all jene, die einen Platz ergattern konnten, wurden mit einem beeindruckenden Tanzerlebnis konfrontiert. Auf dem Programm standen "Miles Ahead", ein Ballett zur Musik des populären Jazzmusikers, und "Rotkäpchen goes washing", eine Persiflage auf das Grimmsche Märchen.
Rolf Gildenast, der mit seinen experimentierfreudigen Choreographien seit einigen Jahren nicht nur das Publikum des Gießener Stadttheaters begeistert, hat mit "Miles Ahead" ein Ballett im Stil des Jazz Dance und des Modern Dance geschaffen. Die Tänzerinnen und Tänzer - Line Kisbye-Strom, Olga Christmann, Suzanne Haslam, Joanne Sawyer, Andreas Schönfeld, Johannes Kriener und David Williams - tanzen zur Atmosphäre schaffenden Musik Miles Davis' in sich immer wieder neu bildenden Formationen. "Miles ahead" lässt staunen durch die Fülle der Bewegungen, die auf der engen Bühne des TiL kaum Platz finden : Die unter einer imaginären Dusche singende Line Kisbye-Strom, oder die buchstäblich die Wände hochgehenden Tänzer...
Die Bewegungen, die die sieben in schwarze Overalls gehüllten Figuren vollführen, sind von verschiedenen Elementen geprägt, darunter sogar Fernöstliches. Das Abklopfen des Körpers mit der Hand oder die Dehnübungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Choreographie. Dabei will Rolf Gildenast keine Geschichte erzählen, sondern ein ästhetisches Erlebnis und eine tänzerische Interpretation zur Musik des in diesem Jahr verstorbenen Jazzmusikers präsentieren.
... Die "reife", ästethische anspruchsvolle Choreographie Rolf Gildenasts und die unterhaltsam-spannende Arbeit von Andreas Schönfeld zeigen die grenzenlosen Ausdrucksmöglichkeiten des tanzes und sind nicht nur etwas für ausgesprochene Ballettfreaks. (Karola Gail, Gießener Anzeiger vom 2.11.1992)
Spiel mit der Bewegung Sechs vergnügliche und verwunderliche Ballette von Rolf Gildenast
Musik gab es erst ganz zum Schluss, und auch sonst war alles anders als bei herkömmlichen Bal- lettabenden: Der Gießener Künstler Rolf Gildenast und seine Freunde ("r. g. & friends") zelebrierten im Fuldaer Kulturkeller eine eigenwillige Art des Tanzes. Dabei wurde Schritt für Schritt das parodiert, beziehungsweise variiert, was man mit klassischem Ballett verbindet. Gerade durch diese Brechun- gen und ungewöhnlichen Zusammenhänge bekam Vertrautes ganz neuen Reiz.
Gildenast ließ schon zu Beginn mit seinem munteren Muskelspiel bei den "Übungen-für Tänzer des 21. Jahrhunderts" erahnen, dass er der Bewegungskunst seinen eigenen Stempel aufdrückt. "Metabach" wurde von Gildenast und Joanne Sawyer getanzt als "Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die World. Bach.League". Die beiden präsentierten dabei eine fröhlich freche Mischung aus Menuett, "FechtdueIl", Elementen aus gängigen Wettspielen und vielem mehr : Reglements und sportliche Kriterien werden ironisch unter die Lupe genommen und auch Gedanken über den Wahnsinn von sportlichen Höchstleistungen drängen sich auf. "Pump it or lump it" fing auf dem Bühnenboden an, auf dem sich Susen Orth und Gildenast gemeinsam wälzten. In einer Paarung von Tanz und Ringen schienen die beiden den Inhalt einer Beziehungskiste in Bewegung aufzulösen. Die Band- breite zwischen Zärteln und Zerren, synchronem Miteinander und Gegeneinander wurde pfiffig entfaltet. Spaß machte das Zuschauen auch bei "Let's have a step". Die phantasievolle Tanzgeschichte von Sawyer und Gildenast endete als Tango oder besser gesagt als das, was man sich darunter bisher kaum vorgestellt. "Pommes de deux" ist Boris Becker und Steffi Graf gewidmet. Ganz in Weiß tanzen Friederike Lampert und Gildenast zu Musik von Brahms um und mit zwei Äpfeln und beißen dabei auch schon mal genüßlich in den Gegenstand ihres Interesses und nehmen das moderne, kommerzialisierte Tennis auf die Schippe. Ein Glanzpunkt war sicher "Don Carmen". Gildenast mutierte ohne Kostümveränderung vom sinnenden Infanten Don Car- los zur Carmen, die auf dem Tisch Flamenco tanzt. Der Prozess, wie sich in den anscheinend zögerlichen Gliedmaßen langsam die Flamenco-Bewegungen entwickelten, war wie die gesamte Darbietung der "r.g. & friends" beeindruckend.
(Beatrix Nolte-Schunck, Fuldaer Zeitung vom 23.7.1992) mehr von r.g. & friends
Tänzer saß im Adamskostüm in der Wanne
Mit einem spannenden, lustigen, aber auch nachdenklich stimmenden Beitrag eröffneten Rolf Gilde- nast und Andreas J. Etter die "Tanzwerkstatt" im Kleinen Haus des Musiktheaters im Revier. In "Ein Fall für Lorenz" wurde jeder Raum abseits der Bühne betanzt. Beteiligt war das gesamte Ballett Schindowski.
Das Publikum mußte die Plätze im Parkett und im Rang verlassen. Aus der Herrentoilette drangen komische Geräusche. Ein Tänzer saß im Adamskostüm in der Badewanne, setzte den ganzen Raum unter Wasser und gab einige Kostproben seiner Sangeskunst. Plötzlich wirbelten überall Tänzer zwischen den Zuschauern umher. Sie balancierten über die schmalen Treppengeländer, bauten Körperpyramiden oder tanzten scheinbar selbstvergessen auf und ab. Währenddessen wurden Zitate des bekannten Verhaltensforschers Konrad Lorenz über das Verhalten von Hühnern verlesen. Passend dazu war eine Fernsehecke mit Salzstangen aufge- baut. Auf dem Bildschirm wurden abstoßende Szenen aus der Massentierhaltung gezeigt.Vor der zauberhaften Kulisse eines benagalischen Feuers tanzte Emma-Louise Jordan ein Solo auf dem Platz vor dem Kleinen Haus.
Etter und Gildenast gelang damit der herausragende Beitrag des Abends, ein Ballett mit starken Kontrasten. Die beiden Choreographen brachen die Passivität des Publikums auf. Eindrucksvoll zeigten sie den Zwiespalt zwischen dem Unter- haltungsbedürfnis des Publikums und dem Wunsch der Künstler, etwas mitzuteilen. Es gelang ihnen, Unterhaltung und anspruchsvolle Inhalte miteinander zu verbinden. In konventionellen Bahnen blieben dagegen die übrigen Beiträge. (Buersche Zeitung vom 20.6.1994)
Den Höhepunkt der Tanzwerkstatt Choreographie bildete "Ein Fall für Lorenz", bei dem auch das Foyer und der Eingangsbereich betanzt wurden. Zu einer Klangcollage, die Musik- und Sprachfragmente zu einem sich steigernden Durcheinander vermischte, tanzten die Ensemblemitglieder kurze, scheinbar improvisierte Sequenzen und mischten sich wieder unter die Zuschauer. Nach und nach verlagerte sich das Geschehen in den Zuschauerraum und auf die Bühne, wo die Vielzahl parallel ablaufender Tanz- sequenzen fast zu einer Reizüberflutung führte und ein Vielzahl an Interpretations- möglichkeiten offen ließ. (Ruhrnachrichten vom 20.6.1994)

Auf großer Reise rund um die Welt Kindertanzwerkstatt : Ballett Schindowski engagiert sich für den Nachwuchs
"Mit zehn Tänzern um die Welt" begab sich Rolf Gildenast auf die Reise. Seine Choreografie fand besonderen Aviel Anklang. Gildenast erzählt die Geschichte von zehn Tänzern aus verschiedenen Ländern. Seine Ausgangsidee besitzt Charme : Er griff auf die Nationaltänze aller Länder zurück. Dabei wechselten sich Tanz und Rap-Gesang ab, der die Kinder besonders ansprach. Die bunten Kostüme unterstrichen die hervorragend auf das ASuffassungs vermögen von Kindern abgestimmte Choreografie. (Nicole Krissel, Ruhrnachrichten vom 18.5.1999)
... Ein Reiseführer stellt mit gereimten Zeilen die Verbindung her : Zwischen Schottland, Indianern und afrikanischen Stämmen. Das ist das Konzept von Rolf Gildenasts neuem Ballet "Mit zehn Tänzern um die Welt" : Unterhaltsame Be- gegnungen mit fremden Kulturen. (WAZ Gelsenkirchen vom 18.5.1999)
![Kostenlose Extra-Vorstellung für die Hauptschule Am Dahlbusch [Foto : Thomas Brenski/Stadtspiegel GE]](../assets/images/10_Tanzer_1.jpg)

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Wilde Träume oder so

In der Reihe Kindertanzwerkstatt - Junge Choreographen für junges Publikum entstanden beim Ballett Schindowski u.a. folgende Stücke
Wie aufgeblasene Hühner stolzieren die Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne. Die Männer im ba- rocken Frack, die Frauen im Reifrock. Jeder schwenkte affektiert ein großes, weißes Taschentuch im Takt der Marschmusik. Man lächelt einander ach so freundlich an. Voneinander abgewendet, hat man jedoch nur ein 'Bäh' für den anderen übrig. Und als die Taschentücher fallen, ist fast alles zu spät : Aber man weiß sich ja bei Hof zu benehmen, und so nimmt das "Mänuätt" seinen Fortgang.
Gelungen auch Gildenasts rührend-staksiger Tanz "Ein komischer Vogel", der erst durch ein Weib- chen auf die Idee kommt die Flügel auf seinem Rücken zum Fliegen zu benutzen. (Silke Schnettler, Remscheider Generalanzeiger vom 2.2.1995)
Vorsicht - fliegende Äpfel". Davor warnte Rolf Gildenast in seiner Choreographie "Pommes-de-deux". Seine Ansage brachte prompt lautstarke Anzweiflungen des Nachwuchses ein. Doch mit Hilfe der Bühnentechnik gelang es dann doch, die kleinen Skeptiker mit einer herabschwebenden Frucht zu überzeugen. In einer Mischung aus biblischem Sündenfall und dem Märchen vom Schneewittchen ließ der Choreograph den Teufel aus dem Paradies vertreiben. Dass der Böse- wicht dabei mit zahlreichen Plastikäpfeln beworfen wurde, fand die allgemeine Zustimmung der Kinder. (Ruhrnachrichten vom 21.2.1995)
Den stärksten Applaus fand dank seiner unbeschwerten Choreographie das Ballett "Die Rübe", einer der vier Beiträge von Rolf Gildenast. Zu Frederik Vahles Lied von der Rübe zogen siebenTänzer zur Gaudi der Kinder das Gemüse gemeinsam aus dem Boden. (Buersche Zeitung vom 13.3.1995)
Eine witzige Klebenummer von Gildenast zeigte dann, was passieren kann, wenn man zu nah und zu dauerhaft aneinan- dergerät. Aber auch beim Ausgraben einer Rübe oder beim Jagen eines Huhns, so konnte man sehen, kann es gut sein, dann helfende Freunde zu haben. (Ruhrnachrichten vom 13.3.1995)
In der Reihe Heavy Music - Cool Love - Tanz für und mit Jugendlichen entstanden beim Ballett Schindowski u.a. folgende Stücke
Ungewöhnlich ist Rolf Gildenasts "Libyrinth" - hier bezieht sich Tanz nicht auf Mu- sik, sondern auf das Gedicht "Anweisung zum Lieben" von Walter Hasenclever. Der Rezitator ist in die Choreographie eingebunden. Eine Tänzerin und ein Tänzer veranschaulichen in der symbolhaften, unmittelbar berührenden Bewegungsspra- che des Tanztheaters die Ambivalenzen der Liebe. (Anne-Kathrin Reif, Westdeutsche Zeitung Wuppertal vom 5.2.1998)
... Vier Stücke junger Tänzer aus dem Ensemble, darunter eine so ernsthafte Arbeit wie "Libyrinth" (Liebe im Labyrinth), einen choreographischen Versuch zum Thema zaghaften Sich-selbst-Entdek- kens junger Menschen. (Ria Theens, Rheinische Post vom 9.2.1998)
Jugend tanzt im Disco-Fieber mit... und.. und Rolf Gildenasts humorvolles Großstadt-Panoptikum ("So oder so") fügten sich als professionelle Beiträge vortrefflich ein.(Ruhrnachrichten vom 17.3.1999)
Gildenast erzählt zu Lindenberg-Songs eine Geschichte um Reisende durch Tag und Nacht. Auch hier : Hoffnung zum Ausklang. (WAZ Gelsenkirchen vom 17.3.1999)
Der Tänzer Rolf Gildenast zeigte mit "Wilde Träume - Zarte Träume" eine wunderbar poetisch-phanta- sievolle Choreographie, in der sich Realität und Traum vermischen. (Sabine Bartholomä, Wuppertaler Rundschau vom 15.3.2000)
In Rolf Gildenasts "Wilde Träume - Zarte Träume" geht es um Beziehungen, Zuneigungen und Aver- sionen. Damit konnte dieses Publikum etwas anfangen. (Ruhrnachrichten vom 2.3.2000)
![Nachtstück' - anlässlich der Aids-Hilfe-Gala im Kleinen Haus in Gelsenkirchen [Foto : Cornelia Fischer/WAZ]](../assets/images/Nachtstuck.jpg)
Mit seltenem Verwöhnaroma
"... Nachtstück" hieß die Choreografie von Rolf Gil- denast. Der von Kaori Nagazawa und Alexander Cowie verkörperte Klang rankte und wand sich um das Piano, auf dem Musik Paul Hindemiths gespielt wurde. Als die letzten Töne verklungen waren und der Pianist (Robert Roche) sein Instrument verlassen hatte, setzte sich die Tänzerin selbst an das Piano und vollendete die Mu- sik. (Stadtspiegel Gelsenkirchen vom 31.5.2000)
Rolf Gildenast schmiedet in seinem Beitrag ("Nachtstück") aus Klavierklängen Körper, die scheinbar verschmelzen.Nach seiner Choreografie tanzten Kaori Nagazawa und Alexander Cowie das innige Duett mit einem ungewöhnlichen Requisit, einem großen schwarzen Flügel. (WAZ Gelsenkirchen vom 27.5.2000)
Choreografisches Werk bezeichnet die Tanzstücke von Rolf Gildenast, die nebem seinem umfangreichen Solowerk für und mit anderen Tänzern entstand.
Dabei handelt es sich sowohl um abendfüllende Programme für die r.g. & friends, mit denen er in sei- ner Gießener Zeit zwischen Frankfurt und Fulda auf diversen hessischen Bühnen zu Gast war, als auch um tänzerische Miniaturen, die für die sogenannten Junge-Choreografen-Abende bzw. Tanz- werkstätten an den Theatern in Gießen und Gelsenkirchen entstanden.
Die Palette reicht vom 5-minütigen Pas-de-deux zu Bachs Goldbergvariationen bis zur 35-minütigen 'Sinfonie für den 27.12.85' (Anschlag auf den Flughafen in Rom), in der allein verstärkte Atem- und Herzgeräusche die 'Musik' bildeten. Mal gibt es 'reinen' Tanz wie beim 'Sommer in Belgien' zu treibenden Klängen des modernen Komponisten Graham Fitkin, mal Tanz zum rezitierten Wort, z.B. 'Libyrinth - Anweisungen zum Lieben' (Walter Hasenclever).
'Miles Ahead' hingegen war eine Auftragschoreografie für eine Ballett-Produktion auf der kleinen Bühne des Stadttheaters Gießen. Den zweiten Teil dieses Abends gestaltete Andreas Schönfeld.
Die unten vorgestellten Stücke bilden also nur einen Ausschnitt aus dem gesamten choreografischen Werk.
Themen und Ideen, die Gildenast in Zukunft realisieren möchte, sind unter anderem 'Weiten' (ein Pas-de-deux zu Brahms Doppelkonzert über das Verhältnis zwischen Clara Schumann und eben dem Komponisten) - 'Faust' (eine Menage a trois... und am Ende gibt es Frankfurter Würstchen mit bitterem Beigeschmack) - 'Walumi' (ein selbst ge- schriebenes Kinderballett) oder auch 'Die Entdeckung der Langsamkeit' (nach dem gleichnamigen Roman von Stan Nadolny) oder...
... wie Heinz Stein sagt : "Getanzt ist alles möglich/ Und so brechen wir auf/ zu einer Reise in/ die Gefilde der Fantasie, dort/ wo der Himmel die Erde berührt/ erträumen wir uns/ in die Welt/ unserer Muse/ Terpsichore !"
simple expressive beautiful
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