damals war die welt/ auch nicht besser oder schlechter als heute/ geändert hat sich daran nichts/ nur inzwischen sind wir älter geworden Heinz Stein
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Wer reitet so spät... Ich tanze für Sie um die Welt
Theater für ältere Menschen
theatergildenast r.g. solo & friends
Hand in Hand
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Duo reitet "so spät" im Heim - Gildenast/ Stein machen Theater für ältere Menschen
Drei Generationen baut der Tänzer und Schauspieler Rolf Gildenast in seinem Programm "Wer reitet so spät" ein. Sein erwachsener Partner ist Heinz Stein. Im Haus Marienfried demonstrierten Gildenast (plus Kinder Alma und Hans) und Stein, dass dieses besondere Kleinkunst-Theater gerade auch ältere Menschen erreichen kann.
Doch bietet dieser ebenso kurzweilige wie anspruchsvolle Dialog auch viele Hör- und Sehangebote an jüngere Zuschauer. Ihre balladesken, sinnlich ausgelegten Szenen reichen von Richard Wagner bis zum Tschaikowsky-Ballett "Nussknacker", von Hänsel und Gretel bis zu den großen Dichtern wie Goethe oder Eichendorff. Gildenast/ Stein (beide warten auch mit eigenen Texten auf) blicken auf den Reichtum der Literatur und breiten ihn in Theater- und Tanzmomenten so aus, dass Vergangenheit und Gegenwart, jüngere und ältere Generationen angesprochen werden. Das Programm besitzt Modellcharakter. (WAZ Gelsenkirchen am 17.Februar 2003)
Spätlese bezeichnet Programme wie eben beschriebenes, die speziell auf Senioren abgestimmt sind.
Das zweite Ausgabe dieser Reihe heißt Ich tanze für Sie um die Welt, ein heiterer Reigen bekannter und unbekannterer Tänze zum Zuschauen, Zuhören, Mitklatschen und Genießen, diesmal zwar als Soloauftritt, aber mit Matroschka, Holzschuhen, Fächern... und natürlich wieder dem Glücksdrachen... denn davon kann man nie genug haben
Alles, dessen es zu einer solchen Aufführung bedarf, sind ca. 6x6m freie Fläche (das kann auch draußen sein) und ein Honorar von ... - nachfragen kostet nichts pro Vorstellung.
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... die blumen auf der wiese der kindheit waren butterblume, gänseblümchen und die pusteblume, vergänglich schon beim kleinsten hauch
... und so erheben wir uns zu einem flug an die flüsse der fantasie, zu den gipfeln höchsten glücks
Wer reitet so spät... von und mit Rolf Gildenast (37),Heinz Stein (68), Alma (12) und Hans (8)
Zunächst marschieren die Akteure zu Wagners Walkürenritt ein. Rolf und Alma tanzen anschließend ein Ballett Pas-de-deux zu Tschaikowskys ‚Der Nussknacker'.
Heinz Stein erinnert sich an ‚orte der kindheit', die er gemeinsam mit dem Schauspieler Gildenast darstellt. Hans und Rolf Gildenast wollen die Zuschauer mit dem Märchen von Hänsel und Gretel sowie dem Adler und dem Zaunkönig in lustigen Versionen begeistern. Es folgt ein philosophischer Sketch zwischen dem 'Holzkopp' Gildenast und dem Stein-('männchen').
Und dann haben ‚berühmte Kollegen' mit ihren Gedichten das Wort‚ u.a. ‚Mondnacht' von Eichendorff und ‚Erlkönig' von Goethe, rezitiert und pantomimisch begleitet von Rolf. Den Kreislauf der Jahreszeiten illustriert Heinz Stein in seinem Prosatext ‚natur' und danach treten Hans und Rolf mit einer tänzerisch-akrobatischen Nummer rund um einen großen Gymnastikball auf.
Den farbigen Schlusspunkt setzen alle Vier in einer rasanten Coda zusammen mit dem chinesischen Glücksdrachen.
Falls nach diesen abwechslungsreichen 60 Minuten ein Dacapo gewünscht ist, wären Limericks oder Aphorismen von Stein (wo rauch, da ist auch feuer/ manchmal aber nur frischer mist) von Stein, eine Stepptanz-Nummer von Alma, ein Lied von Hans (Immer soll die Sonne scheinen... ) oder andere Ausschnitte insbesondere aus unseren gemeinsamen Programmen Xylos & Petros und Viel Glück angesagt.
Oder Rolf wiederholt seine Version des Erlkönigs : Wer reitet so spät durch Nacht und Wind - helahopp, helahopp, helahopp/ es ist der Vater mit seinem Kind - helahopp, helahopp, helahopp/... Oh, mein Papa...
Ein Orpheus auf dem Zeitrad Heinz Stein blickt auf ein 50-jähriges künstlerisches Schaffen zurück "Ich habe mich zeit meines Lebens als Künstler gefühlt. In dieser Arbeit des bildnerischen und schriftstelleri- schen Schaffens gehe ich voll auf." ...eine Ausstellung in seiner Atelier-Galerie in Ückendorf blickt zurück auf wichtige Stationen, Ausstellungen, Bilderzyklen, Publikationen, Begegnungen mit namhaf- ten Zeitgenossen von Grass bis Walser, von Grieshaber bis Kunze, von Pohl bis Zacharieva, von Ausländer bis Kirsch, von Käufer bis Völkert-Marten. Hunderte von Grafiken zu nahezu allen Themenbereichen - von der Land- schaft über die Mythologie bis zu biblischen oder gesellschaftspolitischen Motiven, rund 300 Ausstellungen im In- und Ausland, von Berlin bis Süd- korea, von Madrid bis Würzburg oder New York, über 1300 Aphorismen, 500 Gedichte, rund 50 Bücher und Publikationen, drei illustrierte Kinderbücher. Der auch als Dozent geschätzte Gelsenkirchener nahm zuletzt die Chance als Tänzer und Performance-Akteur wahr. Zusammen mit Rolf Gildenast erarbeitete Stein ungewöhnliche Totaltheater-Versionen, die "ihm einen völlig neuen Impuls für künstlerische Wahrnehmung und Darstellung" vermittelten. In diesen theatralischen Momenten kommt er auf sein "persönliches Smybol zurück : Er fühle sich wie moderner Orpheus, ein musisch und kreativ interessierter Mensch, der "sein Innerstes zum Klingen bringt."
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Im "Logbuch des Lebens" beschreibt er seine Position : "das schiff des lebens/ trug uns zu so vielen häfen/ von leben und leidenschaft erfüllt/ sehnsucht nach ruhe/ war später/ unser ständiger begleiter/ endgültige geborgenheit/ die gibt es nur im letzten hafen/ ausschau nach wendemarken/ halten wir/ schon lange nicht mehr/ denn es gibt kein zurück." (WAZ Gelsenkirchen vom 1.3.2003)
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Vom Schuhplattler zum chinesischen Drachentanz
Rolf Gildenast tanzte für Senioren des Hauses „Marienfried" in Horst und unterhielt nicht nur mit sei- nen Tänzen, sondern auch mit Anekdoten zu deren Geschichte. Tänzerisch nimmt er die Zuschauer im Seniorenheim Marienfried auf eine musikalische Weltreise mit - von den Niederlanden über Neu- seeland bis hin nach China. Auch einen Stopp in Bayern, „dem Land südlich von Frankfurt", legt er ein. Mit einer Frau aus dem Publikum tanzt er den „Schuhplattler", begleitet vom Klatschen seiner Zuschauer.
Zu jedem seiner Tänze erzählt er auch ein kleines Geschichtchen zum Ursprung - wie zum Beispiel die Tarantella in Italien aus Angst vor riesigen Taranteln entstanden ist. Gildenast, gelernter Balletttänzer, führt den Senio- ren des Hauses, für die die Veranstaltung geplant wurde, außerdem einen „legendären und furchtbar schweren Tanz von Ludwig XIV." vor.Er sei so schwer, dass er ihn zunächst einmal ohne Musik üben müsse. Der Tanz jedoch entpuppt sich als einfache Schrittfolge und führt vielmehr zur kunstvollen Darstellung der Ge-schichte von „Giselle", einem Bauernmäd- chen. Sie habe sich, so erzählt Gildenast, in einen Prinzen verliebt - und sich zu Tode getanzt. Ihr Prinz, der still und heimlich - „wohl mit schlechtem Gewissen" - Blumen zu ihrem Grab bringen will, erfährt dasselbe Schicksal. Für diese gelungene Darbietung erhält Gildenast viel Applaus.
Wo er gerade beim Ballett sei, fährt er fort, dürfe man Russland nicht vergessen. „Ich habe auch eine Partnerin mitge- bracht", erzählt er. Mit einer auf eine Holzplatte gemalten Babuschka tanzt er, begeistert klatschen die Senioren mit.Von kalten russischen in warme orientalische Gefilde nimmt Gildenast seine Gäste mit und zeigt einen Bauchtanz, den „Ka- melgang". Einen weiten Sprung macht er nach Neuseeland und präsentiert den Tanz der Maori, die laut ihr Rugbyteam anfeuern. Schließlich geht es noch in den Fernen Osten - mit dem koreanischen Fächertanz und chinesischen Drachen- tanz.
Als Dank erhält er von Andrea Trawny vom Sozialen Dienst einen Strauß Blumen - und von allen einen langen Applaus. (Alexander Becker, WAZ Gelsenkirchen-Buer vom 30.Januar 2006)
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